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Die goldene Stunde

Tag 18

Sonntag, 5. April 2020

Guten Morgen!

Ein herrlicher Tag, der heute bereits um 6:00 begonnen hat, zumindest für mich, die Sonne ging erst um 6:30 Uhr in unseren Breitengraden auf, macht aber nichts, weil das wenige Licht, dieses schmale Aufbauen des Horizontes, dieses schmale Band, welches sich langsam im Zeitraffer über den sichtbaren Horizont rollt, sich nahtlos einfügt in das Bild, welches ich von meinem Bett aus habe.

Das noch verschlafene Auge nimmt die Veränderung wahr, der fast noch schlafende Geist blinzelt der Welt des Schlafes Valet. Und mit Schlag 6:30 spitzt und schickt sich sanfte Sonne sorgsam sicher einher.

Wer morgens um jene Stunde, die Goldene, wie ich meine und weiß um deren Bedeutung. Die Goldene Stunde hat hier und ich bin da gänzlich und sage euch die Doppeldeutung, denn ohne richtige Deutung der Dinge ist eine Bedeutung nur so viel wie ihr Verständnis dafür, ob ihr dem einen Wert gebt, ist eine freie Entscheidung.

Also, die Fotografie greift hier den Begriff kurz nach dem Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang auf, um hierhin pedantisch und das Pendant zu geben, gibt es auch die Blaue Stunde, die wie auch immer mitmacht – ich lächle an dieser Stelle – es ging sich ja um die Goldene Stunde; nun haben wir eine Bedeutung, doch die zweite Bedeutung ist in der Medizin gebräuchlich für die Hilfeleistung am Menschen.

Was aber hat all der Blödsinn mit unserem Sonnenaufgang und unserem Baum, der, wie wir ja wissen, noch immer vor unserem Fenster steht zu tun?

Nun, da wir dieser Tage gelebt Solidarität ertragen und traghafte Hilfe sind, weil wir wie die Goldene Stunde sind. Eine einfache Transferleistung von Sonne zu Baum und Baum zum Menschen. Da der Mensch von der Sonne abhängt, der Baum vom Lichte seiner Kraft, die schier unendlich schafft und der Mensch vom Baume sich herunterlebte und auch heute noch vom Baume lebt, beizeiten auch im Walde steht, so ist die Goldene Stunde vielfach in aller Munde.

So, nun sind wir im Bilde, das Ganze erhält einen Rahmen und wir gehen auf unser Gedankenpferd und galoppieren in den Sonnenuntergang, derweil ergreifen wir unser Gedankenschwert und schlagen uns eine Flucht, nicht weil wir fliehen wollen, wir festsitzen ja gerade in unserem Haus, vor dem hoffentlich unser Baum nicht beseelt ist von einer weiteren Bedeutungsebene der Goldenen Stunde und nun habe ich das Zahnrad ganz gedreht.

Wir können absatteln!

Gideon Mate

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Die Ruhe in mir

Tag 66/67

Samstag, 23. Mai 2020

Guten Morgen!

Besinnung ist etwas sehr Schönes. Sich in Ruhe auf etwas vorbereiten, gibt dem ganzen Kraft und den Tag damit zu beginnen, ist ein solches „Schönes“.

Seitdem ich morgens die Stille suche, sehe ich in mir die Formen auflaufen, die in der Stille verborgen sind. Meinem Baum muss ich hierbei den größten Respekt entgegenbringen, denn er war und er ist es noch, der mich in der Spur meiner Suche hält.

Ich verfolge sein Wachsen vom Frühling an, als er noch keine Blätter trug. Zu Beginn waren es nur einfache Blätter, die sich in kleinen Knospen herauswuchsen, danach kamen zarte Blütenstauden hervor, die erst noch weiß waren und mit der Bestäubung sich rötlich färbten und aus denen nun allmählich weitere kleine Früchte hervorzuwachsen beginnen.

Die Betrachtung meines Baumes, seines Heranwachsens, sie hat mich ein Stück weit gelehriger gemacht, sie hat erreicht, was ich nicht zu sehen verstand, aber ohne den Corona-Wahnsinn…

Wäre ich zu dieser Ruhe gelangt? Hätte es mir Freude bereitet seinem Wachsen zuzusehen und mich jeden Morgen um 6 Uhr daran zu erfreuen, dass er vor meinem Fenster steht? Schließlich ist es doch nur ein Baum, so könnte ich schreiben, aber es ist mir mehr nur als ein Baum geworden.

Ich schrieb es, es ist geworden „es“, nicht er, also ist mir die Geschichte meines Baumes zu etwas geworden, dass vorher nicht gewesen ist und ohne den Corona-Wahnsinn…

Heute erblicke ich die kleinen Veränderungen, die Formen, die Gestalten, wie aus den vormals weißen Blütenstauden, die aussehen wie kleine Glöckchen, rötlich Bestäubte Blüte wurden und aus diesen nun nach und nach die kleinen grünen runden Bällchen hervorkommen, die im Herbst, also erst in ein paar Monaten zu großen stacheligen grünen Kugeln geworden sein werden; es ist der grüne Mantel der Rosskastanie, die verfärbten Blüten, rücken allmählich in den Hintergrund und werden braun und dunkel und schließlich fallen auch sie wieder vom Baum und werden im Erdreich zur Nahrung meines Baumes.

Ich gestehe, dass ich für einige Tage, besonders am Morgen, dass ich da meinen Weg verloren und mich verloren glaubte, weil die Hetze der Masken mich einholte, doch langsam komme ich wieder bei mir an.

Wie vielen geht es so? Gibt es andere, denen die Maskerade auch zur Qual geworden ist? Mir fällt es zunehmend schwer und schwerer werden dabei die Gedanken, weil sie vom Menschen abweichen.

Vor einigen Wochen, es sind gerade 9 Wochen, damals hätte ich das Heute so nicht sehen können, denn mir fehlte etwas, von dem ich nicht wusste, wie ich es erreichen kann, da ich nicht wusste, dass es mir derart fehlte, dass ich davon auch nichts wusste, weil ich es nicht gespürt habe – die Stille und Ruhe.

Ich weiß nicht, ob das Fehlen einer Sache, auch im Kleinsten einer Sache, eine solche Wirkung haben kann, dass sie einem wie ein großes Abenteuer vorkommt, wenn man sie dann aus dem Nichts heraus spüren kann, so sehr, dass man Glauben ist, sie auch zu sehen; wohl deshalb wählte ich meinen Baum, meine Rosskastanie.

Eines jedoch hat sich mir gezeigt und offenbart, dass ich seither nicht mehr missen mag.

Ruhe und Stille sind ein Ort in mir!

Gideon Mate

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Feiertag

Tag 64/65

Donnerstag, 21. Mai 2020

Guten Morgen!

Feiertage haben für mich immer einen symbolischen Charakter, sie haben für mich heutzutage kaum noch eine Bewandtnis zu ihrem Ursprung.

Christi Himmelfahrt zum Beispiel ist ein bundesweiter Gesetzlicher Feiertag, ich bin weder Kirchgänger, noch habe ich einen anderen Bezug zu diesem Tag, dennoch komme ich in den Genuss seiner Vorzüge.

Versteht mich nicht falsch, ich bin noch im Meinungsaustausch mit dem Herrn und wir diskutieren, ob des für und wider.

Ich will auf etwas hinaus!

Feiertage sind Gedenktage, an denen man sich Gedanken um das Vergangene machen und sich in Achtsamkeit begibt, damit man sich nahe sein und sein Nahen spüren kann.

Ich kann nicht umhin und darin liegt mir der Sinn, dass die Zeit reif ist für einen Feiertag, dem wir alle nahe sind, weil wir ihn erlebt haben, sie erlebt haben.

Der 18. März wäre für mich ein solcher Tag!

Was ist so besonders an diesem Tag?

Ich denke, es ist der Besondere Tag diesen Jahres und auch dieses Jahrzehnts, wenn nicht sogar dieses Jahrhunderts.

Es ist der Tag, an dem – meiner Meinung nach – eine Welle von ungeahnter und merkwürdiger Vorstellung durch unser Land gerollt ist, die uns alle Schweigen gemacht hat.

Für mich ist dieser Tag, der stillste Tag meines Lebens; er war so still und leise, dass ich die Stille und das Leise-sein sehen, spüren, riechen und sogar schmecken konnte.

Seither versuche ich alles, um dieser Stille zu gedenken und sie einzufangen, sie festzuhalten, sie ewig zu gestalten, um all ihre Gestalten und Formen, die biegbaren und Dornen zu umfassen und wie ein Königreich zu emporen.

Gideon Mate

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Das Ende

Tag 63/64

Mittwoch, 20. Mai 2020

Guten Morgen!

Bevor ich zum Ende gelange, muss erst einmal ein Anfang gewesen sein und wenn ich heute auf die zurückliegenden Tage blicke, dann sehe ich in mir eine große Unsicherheit, dem gegenüber, was uns seit einiger Zeit begleitet.

Am Anfang, als man davon erfuhr, als ich davon hörte und als man es schließlich auch sehen konnte, da war es mir schwer zu begreifen und unmerklich neigte ich dazu, dass ich einfach mitmachte, ohne wirklich in mich hineingehorcht und mich gespürt zu haben.

Es entwickelte sich schnell und auch wiederum langsam, es nahm mir und gab mir und so fing meine Geschichte mit meinem Baum draußen vor meinem Fenster an, er gab mir Halt und Sicherheit – nicht das ich haltlos und ohne Sicherung war – es war eher ein stilles und mächtiges Instrument, welches mir unter die Haut ging und mich dabei nicht losließ und doch hatte ich das Gefühl, dass ich falle.

Das Neue, der Beginn, der Anfang, alles hat eine Kraft, die, wenn sie neu ist, als sehr mächtig, sehr machtvoll und beeindruckend in seinem Wirken sein kann und man sich ihrer erst einmal gewahr werden muss, bevor man versteht und ins Verstehen gelangen kann.

Wie man allerdings die Dinge um sich herum sieht und folglich sein Verstehen aufbaut, ist mit Sicherheit und unter Garantie auch ein Teil dessen anhaftend, wie man die Welt erfahren hat und immer noch erfährt.

Nicht jeder Gedanke bringt etwas, nicht jedes noch so kleine und interessant wirkende Detail ist auch von Belang, aber alle kleinen und unbedeutenden Dingen sind Teil unserer Welt, sodass wir darin unseren Anteil haben, indem wir uns gewahren.

Was aber hat das mit einem Ende geschweige mit einem Anfang zu tun?

Jeder Gedanke beginnt, meist merken wir ihn erst, wenn wir ihn denken, aber immer, so ist es mir, geschieht der eigentliche Prozess vorher, noch bevor unser Bewusstsein uns davon in Kenntnis setzt.

Wir folgen unseren Gedanken, sie führen uns, sie leiten uns und wir begleiten einander und dass machen wir unser Leben lang. Wem aber folgt unsere Gedankenwelt?

Mögen wir auch so manche Prozesse nicht wahrhaft mitbekommen, so sind sie dennoch vorhanden und für uns und unser Handeln verantwortlich, wie nur wir verantworten uns.

Wenn wir also etwas begonnen haben, so beenden wir es auch. Was ist aber, wenn wir mit etwas begonnen haben und sind uns dessen nicht gewahr?

Diese Frage will heute so stehen lassen. Mag ein jeder darin sehen, was sein Baum ihm zeigt.

Gideon Mate

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Freiheit der Gedanken

Tag 61/62

Montag, 18. Mai 2020

Guten Morgen!

Gestern versuchte ich über Routinen zu Erkenntnissen zu gelangen, heute versuche ich nicht im Gestern meiner Gedanken festzuhängen.

Mein Baum will mir zu Rate gehen, obgleich er mich immer wieder erdet und zurückholt zu ihm, so ist der Gedanke immer ein anderer; ein neuer Gedanke.

Freiheit im Denken! Für viele ein Normales, ein alltäglich Gebräuchliches, von dem wir annehmen, dass wir alle es besitzen.

Und es wird befremden, wenn ich jetzt zugebe, dass ich zu Beginn dieser Corona-Krise und auch noch lange währenddessen einen Teil meiner Gedankenfreiheit verloren habe.

Wenig solidarisch möchte man da seine Meinung kundtun, aber eben doch menschlich, denn Gedanken-Freiheit beginnt und endet für mich in einem jeden Individuum.

Will man solidarisch sein und es auch so meinen oder will man nicht und macht nur mit, weil alle so tun?

Man beschäftigt sich zu viel mit etwas, ist beseelt von etwas, ein Etwas, dass man nicht haben will, es aber dennoch hat und doch nicht von sich geben kann, ohne dass ein Gefühl zurückbleibt sich fragt und als Individuum hintenanstellt.

Wohin die Freiheit der Gedanken einen führen und zuweilen verführen kann, ist jedermanns Geschmacksache, aber Einigkeit im Kollektiven Übermaß ist nicht nach meinem Geschmack, aber dennoch erkenne ich, wohin will dieser unfreie Gedanke mit mir.

Und an dieser Stelle ist es wieder mein Baum vor meinem Fenster, der so natürlich und ruhig ist und es auch bleibt, von dem ich an jedem Morgen begrüßt und begleitet bin, während ich suche und versuche diesen Tagen Gestaltung zu geben, die mich aus dem Hamster-Rad Corona herauskommen lässt.

Um dem Abschließen dieses Gedankens eine angenehme Richtung zu geben, ist es mein Baum, der mich an die Erinnerungen heranbringt, die ich in den letzten Wochen und Monaten mit ihm gesammelt und erfahren habe.

Gideon Mate

Eine Runde Baumschlumpfen im Wald
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Routinen & Erkenntnisse

Tag 60/61

Sonntag, 17. Mai 2020

Guten Morgen!

Da mich mein Baum so fabelhaft zu beschäftigen und zu geschäftigen Gedanken getrieben hat, wie er seine Triebe ausgetrieben hat, da der Frühling uns erreichte, so habe ich daraus eine Routine werden lassen, doch wird eine jede Routine auch schnell zum Alltag.

Wenn ich den Gedanken so begehe, so erscheint es, als könne man sich dem Alltäglichen nicht entziehen!?

Wenn man sich dem Alltäglichen, den Gedankenmustern, den Strukturen unterwirft, da es letztlich nicht ohne diese Routinen geht, dann erkennt man irgendwann ihren Nutzen.

Aber haben alle Routine einen Nutzen? Nutzen sich Routinen ab? Wie durchbrechen Routinen unseren Alltag? Und wie durchbrechen wir unsere ablegbaren Routinen?

Wenn ich den Gedanken so begehe, so erscheint es, als gebe es mehrere Formen der Routinen!?

Nützliche von Gebrauch, brauchbare von Nutzen; regelmäßig anwendbare, unregelmäßig ablegbare; und bar jeder Erkenntnis, es sieht aus, als gäbe es noch viele weitere, doch will ich mich an dieser Stelle nicht ins Schwert meines Verstandes stürzen und unsinnig werden.

Ich denke, derweil ich meinen Blick wieder hinausgleiten lasse und meinen Baum heute Morgen leise mit seinen Blättern rascheln höre, da der Wind durch ihn fährt, ich werde diesen Gedanken langsamer angehen, um auch nichts von ihm zu übersehen oder gar vorschnell zu sein.

Um die Konsequenz einzuhalten, es gibt „nützliche“ und „unnütze“ Routinen und ebenso kann man es halten mit der Erkenntnis!?

Jetzt hat mich mein Baum aber auf eine Reise geschickt! Ein Teifelskerl’e! Mein Baum bringt mich an machbare und denkbare Positionen, von denen aus das Alltägliche gut zu durchleuchten ist.

Die Schwierigkeit der Routine, jene eine, welche mir gerade ins Genick springt und aufhockend gnadenlos ist, reicht mir den Fehdehandschuh und spricht: Ich bin doch die Nützliche; die Unnütze natürlich bleibt stumm. Wie dumm für uns Routiniers, dass wir unsere Routinen so gut kennen, als dass wir sie von uns geben wollen.

Mir reicht es nicht, dass ich meinen herrlichen Baum, diesen stummen Diener meiner morgendlichen Gedanken anschaue – nein – nun muss ich da auch noch hinaufklettern.

Denn, wenn ich den Gedanken so begehe, dann – ojemine – davon zu denken, spricht’s nicht leichter aus, aber über die Erkenntnis hinausgelangen, dass, so bläut es mir mein Bäume – nun falle ich auf die Routine rein – kann man zur Routine werden lassen und einmal damit angefangen, so will man sich bestimmt nicht mehr davonlassen.

An dieser Stelle, bitte einen Ablassbrief für meinen Gedanken, der mir da zu Rate geht!

Gideon Mate

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Eitler Sonnenschein

Tag 33/34

Dienstag, 21. April 2020

Guten Morgen!

Ich weiß nicht, wann ich der Sonne, ihrem Lauf, dem Wachsen der Bäume und dem aufkommenden Frühling, wann ich einem oder auch nur allen einen solchen Blick gegönnt habe, wie ich es in den letzten Tagen gemacht und wiederentdeckt zu haben scheine.

Wohl liegt es an mir, dass ich mein Betrachten der Welt vernachlässigt und ich weniger auf die Schönheit unserer Welt geachtet habe, als dass ich es zurzeit als meinen schönsten Zeitvertreib ansehe – es zum Schönsten mache – was der Tag zu bieten hat, ist mir ein Vergnügen.

In seinem Dasein und nun meine ich wieder meinen Baum, der in seinem Stand, der mir so leicht und einfach erscheint, dass ich darüber bereit bin, mir ordentlich viele Gedanken zu machen, welche ich vorher und früher nie gehabt habe.

Ich sah meinem Baum beim Wachsen zu, sah wie seine Blätter sprossen und sah wie Grün der Schatten vor meinem Fenster wurde, ein tatsächliches Geschehen zu beobachten und sich seiner dabei gewahr werden, ein wohliges Erlebnis.

Also will ich die Frage danach nochmals stellen. Wann habe ich der Natur das letzte Mal Aufmerksamkeit gewidmet und mich von ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt aus meiner Einfalt herausholen lassen? Nun, wir kennen diesbezüglich eine Antwort, doch will ich aus meiner Einfalt heraus und will wieder zurück auf die Straßen des Waldes kehren, der mir dieser Tage des 21. Jahrhunderts um so viel reizvoller und einspielender ist, als dass er es vor dem 18. März 2020 gewesen ist.

Ob und wie viel mein Baum nun größer geworden ist und er an Höhe gewonnen hat, dies alles geschieht nur in meinem Kopf, da die Vermessung eines Baumes ein Gedanke ist, welchem ich mit den Augen folge und folglich bin ich dabei kein Metermaß und auch kein Zollstock, doch zolle ich dem Baum eine Aufmerksamkeit, die mich in den Genuss und den Zustand und dabei ist der Genuss zuständig für mein Wohlbefinden, versetzt, als dass ich darüber Zeit mit ihm verbringe, die mir vorher und früher dafür gefehlt hat.

Ich hab ein Fehl an mir getan, als ich annahm die Sonne sei für mich heikel!

Und nun in „Corona-Solidaritaets“ Manier, es bringt mich dieses Großereignis an den Punkt der Zeit, da ich von dieser mehr zu besitzen scheine, als dass ich vorher den Grauen Herren von der Zeit Bank gegeben habe. Und so erscheint mir die Geschwindigkeit, mit welcher mein Baum sich in den Frühling einbringt klarer zu werden.

Und da ich manchmal geneigt bin meinen Gedanken das Vorfeld zu überlassen, so schwanke ich hin und manchmal mit Sinn.

Was die zuständige Zollbehörde diesbezüglich meint, ist von der Sonne durch Wolkenfelder klare Sicht zu erhalten, ansonsten sei dies Steuerfrei. Und so kommt steuerfrei und feuerfrei zur steuerei dieser Situation, die uns in eine Ruhe und Stille befördert hat, die viel freien Willen und jede Menge Gedanken eingebracht und uns womöglich zum Baum vor unserem Hause geführt hat.

Wohin führt die Stille, wenn wir schweigen und bei ihr bleiben?

Gideon Mate


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Maske

Tag 55/56

Dienstag, 12. Mai 2020

Guten Morgen!

Bach am Morgen, ein bisschen Gezwitscher am offenen Fenster, dazu eine kühle von Feuchtigkeit durchwrungene Kälte, garniert wird das ganze in einem matten Himmelsblau, so kurz nach grau.

Harmonia Dei Fiori in B-Dur, ich finde das Tschilpen der Zilpzalp’s passt herrlich genau und den Vögeln scheint es musikalisch; mir hingegen erscheint mein Kopf eingefroren und leichtgrau. Bin heute, so wie es draußen scheint, nicht genau genug mit mir im Bunde.

Einzig mein Baum, der stumme Diener, der steht und nur feine schüttelt er die Blätter, als wolle er verneinen, dass ich mich heut in Vorrat gleichsam kränke, wenn ich in meinem Kopf herumwühle, weil die Welt da ist und mir viel zu viel geworden ist.

Ich bin aus der Ruhe, aus dem Tritt, nicht im Schritt, sondern im Gesamten, es hat keinerlei und wenig von der Welt, die in aller Welt zu Herrgottszeiten das Schreiten in Weiten maßvoll und gehaltvoll anerkennt; doch dieser Tage, da ist es nicht Allegro und d’accord gehe ich damit auch nicht.

Meinen Baum, den stört das nicht! Mich stört, die Maskerade, sie verdeckt den Menschen. Wie schade mag da einer sagen; sagen dies nun mehr, so ist es doppelt und auch schwer!

Aber, meinen Baum, den stört das nicht! Ich Teufel, wie kann ich auch verlangen, dass ich Gesichter sehe, wo nur Masken sind.

Stumme Diener, die wir geworden sind, sprechen schon süße Träume über Bäume, die stummer sind als Diener, die wir geworden sind!

Bei aller Tändelei, ich will immer wieder und auch immerfortlich an meinen Baum, gedenken will ich der Stille des Menschen, die verloren scheint, wenn der Mensch maskierter Mumpitz auf die Spitze treibt.

Umschreiben kann ich gerade und auch alles, doch in aller Deutlichkeit, es langt langsam an und es macht sich breit, was unter Masken nicht zu sehen ist; des Menschen Gesichter schauen nicht nur aus Augen und sind herzlich, es braucht das Kinn, es braucht die Wangen, sonst klingt B-Dur wie Würfel fangen.

Die Deutlichkeit der Worte, früher hob man allseits den Hut; heute hebt man die Maske nicht, um des Grußes Willen, es bleibt schlicht die Luft.

Tja, ich weiß ja nicht, aber ich bin ich und nicht allein?

Gideon Hate

Schöne Aussichten
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Taschenlicht

Tag 30/31

Manchmal, wenn einfach nichts zu sagen ist…





Auch nach Tagen und Wochen ist dieses Bild noch immer eine sagenhafte Erinnerung.
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Taschenlicht

Samstag, 18. April 2020

Guten Morgen!

Der Specht klopft, so ist’s recht. Die Sonne war pünktlich über dem Kamm im Walde zu erspähen, bereits vorher hatte ich eine Ahnung vom Licht. Erst aber graute es noch und als ich losfuhr mit dem Rad, da war es noch dunkel, aber ich hörte schon ein paar Amseln, die sich vorsahen und der Sonne entgegen.

Zeit hatte ich und Stille lag in der Luft. Kalt war es und gerade eben hell genug, so dass ich ohne Lichter fuhr. Es ist nicht so, dass ich keine Lichter hätte, ich hatte ein rotes Rücklicht und meine Vorderleuchte in der Jackentasche, die Vorrichtung fehlt. Da Eile geboten war, weil mir eben das Licht der Sonne als größere Leuchte geeigneter schien, nahm ich in Kauf, weniger gesehen zu werden und fuhr los. Auf den Straßen war kaum Verkehr und meine grell gelbe Jacke und ich, wir waren uns sicher, dass uns kein Auto übersehen sollte. Und wo kein Verkehr, da auch kein Risiko.

Allerdings gebe ich zu bedenken, dass es mir ja um das Lichte ging, und um 5:28 Uhr, da hat es schon einen leichten Sonnenschimmer, und deshalb ist es dunkel nicht. Der größte Teil der Strecke geht ohnehin um diese Uhrzeit an einer Stelle vorbei, die weniger befahren ist als am Tag. Und da dieser Tage weniger Fahrten nötig sind als erlaubt, da ist die Straße frühmorgens freier als nötig. Ich schaute hinauf in den Osten, denn von dort erwartete ich das große Ereignis. Ein Großereignis, welches spricht vom Sonnenlicht und jeder Wicht wird wagen zu sagen, was spricht’s vom Sonnenlicht.

An dieser Stelle reiße ich mich zusammen; und ich durchforste all meine Erinnerungen und kann sagen, dass ich es wohldurchdacht habe, aber das Wissen, wann ich je der Sonne bei ihrem Einmarsch in diese Welt zugesehen habe, das habe ich nicht. Desweiteren gebe ich zu bedenken, dass ich, als ich losfuhr, nur dem Sonnenaufgang beiwohnen und ihn einfangen wollte. Wie man Erinnerungen schafft? Das war mir dabei nicht im Kopf, erst das Erinnern zeigt mir die Richtung.

Erst jetzt, da ich hier sitze und verfasse, was mein Verstand mir zuflüstert und meine Sinne mir in Erinnerung rufen, da erfahre ich diesen Sonnenaufgang nochmals und überdauernd überkommt es mich. Ich hatte mich eiligst in den Wald begeben, um zu erfahren, wie es in der Stille des Waldes am frühen Morgen ist und um mit der Sonne zu erwachen.

Das Aufblitzen des Sonnenlichts über meiner linken Schulter schubste mich aus dem Denken ins reine Sein, da mich erst dieses Aufblitzen der Sonne aus dem Alltäglichen des Lebens herausholte und mir derart ins Auge fiel; und für einen Moment war ich geblendet, wie es nur eine Taschenlampe, die plötzlich aus dem Dunkeln heraus aufleuchtet uns zu blenden versteht, als dass dieses Schubsen einer zärtlichen Umarmung des Waldes glich.

Das Erfahren dieser Welt – diese ist es dieser Tage, die mir komisch ist, die Sonne und ihr Lauf sind es nicht und wenn man frühmorgendlich vor dem Sonnenlicht Radelt, dann spürt man womöglich, klein wie ein Taschenlicht, wie es vom Großen spricht; auch im Besonderen dieser Tage liegt womöglich ein Taschenlicht verborgen.

Gideon Mate


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The sound of silence

Die Stimmung aus der Stille



  • Taschenlichter

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Der Stille wegen

Tag 51/52

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Es gibt vielerlei Lärm. Aber es gibt nur eine Stille.

-Kurt Tucholsky


Freitag, 8. Mai 2020

Guten Morgen!

Über die Stille nachzudenken, sich Gedanken darüber zu machen, wie es sich anstellt, das Gedanken-Machen. Und diese, um einen Baum zu wickeln, als sei mein Gedanke ein Wickeltuch der Wärme; so komme ich nicht umhin zu erkennen, dass allein der gedankliche Aspekt schon einen Teil der Stille erschafft, von welchem ich so angetan und geschäftig dieser Tage bin, als dass ich die Finger nicht von dieser leckeren Köstlichkeit lassen will.

Und auch versteckt, aber dennoch sichtbar, ist ein anderer Aspekt, welcher mir erst in diesem Augenblick klar und erkenntlich vorzeigbar erscheint und es gut mit mir meint. Das Schreiben!

Nun erhält das Pflanzen eines Baumes, eine Bedeutung, die ich durch meinen Baum vor meinem Fenster verständlicher finde und darauf hoffe, dass sich durch mein Gedanken-Gang und Gedanken-Gerüst, dass sich daraus nicht nur ein Blick auf die Sache, also auf die Stille legt, sondern, dass sich daraus auch eine Erkenntnis herausbildet, welche mir bleiben und aus der ich Kraft schöpfen und Ruhe finden kann, wenn ich sie einstmals brauchen werde.

Mögen sich andere Gedanken daran anschließen.

Dadurch ergibt sich mir die Motivation, mit welcher ich zu Werke gehe und durch die meine Feder und Schrift und Stil zwar nicht zu Papier, aber immerhin in Worte gefasst auf einem Bildschirm aufleuchten und sich abheben werden.

Mein Wunsch ist, dass meinem Gedanken jemand folgen mag und sich in seiner Gedankenwelt seinen Happy-Place erschaffen und erhalten kann, gerade in Zeiten, in denen es Merkwürdigkeiten gibt, die selten sind.

Und wieder kehre ich zurück zu meinem Baum vor meinem Fenster und ich höre den Kuckuck und wieder kann ich ihn nicht sehen, dennoch ist er da und morgen wird er auch wieder da sein und wieder werde ich ihn nicht sehen.

Manche Dinge sind sichtbare Elemente und bergen unsichtbare Talente und manch unsichtbare Talente bergen Gipfel voller gedanklicher Elemente, derer wir uns öffnen können, um sie zu uns zu holen.

Und der Stille wegen…

Gideon Mate   


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Tag 10/11

https://coronasolidaritaets.net/2020/04/19/tag-30-31/
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Samstag, 28. März 2020

Guten Morgen!

Ein Wachsen, ein Treiben von Trieben an den Verästelungen meines Baumes vor meinem Fenster, deutlich kann man es wahrnehmen, wie der treibende Frühling, angefeuert vom Sonnenlicht des wachwerdenden Frühjahres, wie er in jede Knospe hineinlangt, doch Bäume wachsen nicht von den Knospen an in den Boden.

Der Mensch erwacht und erwächst aus dem Menschen und so der Mensch erwacht am Morgen, ist der Baum und sein Knospen-Gewächs bereits dort, wo wir ihn bereits wissen; es ist also nichts Ungewisses daran, wenn wir des morgens erwachen und ihn erblicken; es ist ebenso normal, wie zu erwarten, dass der Baum vor unserem Fenster im Frühjahr Blüte trägt und die Triebe langsam schwerer werden und ebenso normal, dass die Äste sich nach unten neigen.

In dieser unserer Zeit des Jahres, in diesem März 2020 ist ein wachsames Erwachen des Frühlings zu sehen und ein jeder Mensch kann Knospen zählen, da die Zeit, die wir dafür haben, langsamer geworden ist. Stillstand!

Die Welt hält den Atem an!

Und in der Früh schwerelos zu atmen erschwert unnötig und nachhaltig unsere Atemwege und für einen kleinen Moment hegt sich der Gedanke, wir verstehen, was da im Baume vor sich geht.

Und Momente des Stillstandes ermöglichen eine Vielzahl an Gedanken und Wanderschaften ranken sich um das Knospen-Gewächs am Baume vor unserem Hause, unserem Garten und unserer Wälder.

Ein mancher Wald erwacht in uns und dahingehend, haben Bäume eine Eigenschaft, die Kräfte schafft, die sie tief und fest im Erdreich verwurzeln lässt, denn Bäume wachsen nicht erst an der Oberfläche, wo man sie mit der Zeit wachsen und emporragen sehen kann. Und wenn ein Baum erwacht, dann muss man schon sehr leise sein, um ihm beim Wachsen zuhören zu können.


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Tag 9/10

An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser.

-Charlie Chaplin

Stille Welt

Freitag, 27. März 2020

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Guten Morgen!

Stille Welt

Atmende Welt

Singende Vögel

Ein Bus, ein LKW und ein PKW, dann aber kann man die Krähe vernehmen. Es drängt sich die Frage auf, ob die Vögel, ob das Getier unserer Welt in diesem Frühling lauter pfeifen als üblich, ob sie sich des Frühlings in diesem 21. Jahrhundert, ob es da notwendig ist aus kräftigeren Kehlchen zu pfeifen, weil der Frühling …, auf den kannst du pfeifen.

Die kleinen Knospen an meinem Baum vor meinem Haus nah an meinem Fenster, die interessieren sich wohl kaum für das Pfeifen, es liegt nicht in ihrem Interesse, ob es laut pfeift oder stille Winde wehen, ihr Frühlingstreiben bringt sie heraus und sie pfeifen drauf, ob des Frühlingspfeifen pfeifen laut.

Und auch die Sonne kommt von Rechtswegen von links und ganz ohne Pfeifen scheint sie hell; und merklich wird es allmählich wärmer, wenngleich eine ungewisse Kälte durch unsere Welt geht, die ich mancherorts mit einer Bedächtigkeit der Menschen sehe, die nichts von Kälte spüren lässt.

Es ist jetzt 7:26Uhr in der Frühe, die Krähen haben was zu sagen, reden wie der Schnabel ihnen gewachsen, die Tauben gurren und auch meine Eule – die ein Kuckuck ist – die wie immer nicht zu sehen ist, hat einen Einwand zu vermelden; dass die beim Vögeln singenden ohnehin bei aller Schau des modernen Frühlings mit an Bord sind, keine Frage alle Jahre.

Die Spatzen schwatzen, die Knospen wachsen, der Baum gedeiht. Es ist schon seltsam, wie der gediegene Baum gedeihen kann, ob seines Alters kranken Ranken-Äste, doch der Baum vor meinem Fenster hat so manchen Sturm erlebt, den letzten erst vor rundweg zwei Jahren. Man sieht dem Baum an, dass er viele seiner Triebe verloren und so manchen schattigen Zweig hat ziehen lassen, denn zu sagen, er habe seine Äste fallen lassen, nur weil sie schwach waren, ein Baum spricht solch Sachen nicht.

Ob die Stille der Welt ihm solch Wissen gibt? Ist das Wissen des Baumes, ob vor meinem Fenster oder andernorts Fensterbäume, ist es zu hinterfragen, was wir, in dieser Stiller gewordenen Welt für Fragen haben? Ein Schwatz vom Spatz, da pfeif ich drauf! Ein alter Baum und umwunden von vieler Jahre Wunden und auch Schmerz, doch in der Jahre Frühlinge ward es selten so leise und bedächtig in der Stille, ob am Morgen, ob am Abend.


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Hervorgehoben

Die Stille dieses Frühlings

Tag 31/32

In der Früh fängt das Leben an!
An dieser Stelle ich bemerke, wie einzigartig mein Morgen doch gewesen ist, wie gut nur, dass ich ihn festhielt.


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An dieser Stelle ich bemerke, wie einzigartig mein Morgen doch gewesen ist, wie gut nur, dass ich ihn festhielt.

Sonntag, 19. April 2020

Guten Morgen!

Wenn man in den zurückliegenden 32 Tagen ein wenig von der Welt erfahren wollte, so sollte es einen hinausgerufen und gezogen haben; um dort die Stille zu erleben, genau der richtige Ort.

In der Stille erfährt es sich am besten und wenig ist so friedvoll, wie es in der Stille zu sein vermag; ein bemerkenswertes Auflauschen entsteht in mir, wenn ich dieser Tage die Frühlingsstille spüre.

Eine Last ist es, die sie zu nehmen und in unbekannte Freude verwandeln und sie einem zum Geschenk niederlegen kann, wie dass man sich am Abend ins Bette legt.

Betrachtet habe ich in den zurückliegenden 32 Tagen und gekostet habe ich und ich kann freimütig sagen, es war ein reichliches, ein üppiges und ein saftiges Mahl und Nachschlag gibt es auch.

Achtet die ruhigen Tage – das hat mir mein stoischer Baum gesagt – sie werden sich dem Menschen neigen und wieder zu dem werden, was immer sie waren bevor. Davor ist die Frage! Was macht einem die Stille?

Und die Stille, sie zu erreichen, so ist ein jedes und alle anderen Mittel allen Recht, sie zu spüren, sie zu fühlen und sie gleichsam aller Seele zu atmen und alles Leben zu erfahren, so reicht es aus, wenn man nur sein Fenster öffnet und man fremde Orte im Geiste sucht und besuchen will der Geist so viel an Freiheit, solange es nur Stille in einem Hort der Seele weiß und Herberge mit Namen heißt.

Man weiß viel über die Stille, über die Stille der anderen hat man allenfalls viele Fragen sich zu sagen. Was die Stille ihnen macht? Und welch Macht die Stille hat? Wohl aber weiß ich um die Macht, die einzig und nur die Stille hat, die sich in diesem Frühling meiner gedacht und angebracht und sacht, wie zart und gefühlvoller nicht hat aufbringen können.

Sagenhafter Frühling, der um sich greift und sich mit einem jeden Trieb und in aller Stille er aufrecht schlief, befasst und reifen lässt, wie dass mein Baum vor meinem Hause steht und in der Stille dieses Frühlings ist; der wie die entstehende Sonne des morgens ein golden Antlitz gleißt.

Ihr Tanz, denn sie vollführen und in einem schier unglaublichen Kraftakt aus sich heraus stolzieren, dass ein Zuhören wie Blätterrauschen im Winde ist, der vom Walde weiß.

Cafe, Chaos, Charakter!

Heute rauscht ein leichter Wind durch meinen Baum vor meinem Fenster und lässt die Blätter säuselnd sein.

Der Stille fügen. Sogar der Verkehr, der auf der nahen Straße, auch dieser fügt sich an und es ist ein ruhiger und stiller Sonntagmorgen; es ist gerade 7:39 Uhr. Und will ich denken an Morgen, so verweile ich in diesem Tage nicht, der da doch noch mit so viel Stille spricht und flüsterleise dem Tag aufwartet schön.

Einiges weiß ich, aber nicht viel von der Stille der Menschen, doch nach diesem Frühling, da aber weiß ich jetzt etwas über die Stille der Natur und ihren Zauber, jenen welchen sie mir mit sanfter Macht über die Schultern in den Kopf und ins Herz gebracht. Diese Stille dieser zurückliegenden Tage, diese sind mir „Corona-Solidarität“!

Richtig zu fühlen und zu schreiben, was ich gerade sage, ist erleben und ein Aufleben, wie nur das muntere Gezwitscher der Vögel einem in den Ohren liegen und einen ins Schwelgen bringt.

Stille Kraft, sie ist ein Erleben, dass sich auf feine Unzen heben und Lebensqualität benennen kann.


Von der ersten Zeile bis hierher und so viel ist mir dabei dann klar geworden. Ich werde einen Teil dieser Stille in mir erhalten, ob durch diese Worte, ob durch all die Fotos und Videos dieses Blogs oder, ob nur durch mein Erinnern, aber erhalten werde ich mir diese unglaublichen Kraft und Magie und Macht der erlebten Stille. Ich versuche Worte zu fassen, die binden können, was mir ein Glück bedeutet, dass ich es spüren und euphorisch miterlebe. Ein einziges Wort, dass all meine Gefühle, die schier verborgen waren hinter einem Schleier von lärmender Welt, dass erst ein Drastisches passieren musste, als dass ich es vernehmen kann.

Heute und aller Tage, ich sagte es bereits, aber ich wüsste gerne, wie es anderen damit geht. Konntet ihr diese Stille spüren? Sagt „Ja“ und meint nicht „Nein“. Wenn auch nur ein Hauch davon besteht, der ähnlich dem leichten Winde heute gleicht, wenn also nur ein Moment lang der Gedanke in euch gewesen ist, dass etwas an diesem aufbrausendem Frühling nicht wie die übliche Eieruhr getickt hat, dann habt ich die Stille eines einzigartigen Frühlings gespürt.

Immer will ich diesem Stillen zollen, was hat er gegeben; der Frühling meines Lebens, so will ich ihn Karten, wenngleich ein hoher Preis bezahlt sein wird. Denn denket nicht, mich ließe es kalt, was uns heimsuchend lahmgelegt! Bei aller abwesenden Komik und bei alle zweifelhaft maschierenden Tragik, es muss etwas für jeden von uns in diesem Frühling an Erinnerung zurückbleiben, was hilfreich und vielleicht eine Erinnerung wert ist, die man sich erhalten will. Die Stille dieser Tage ist noch nicht vorbei, die Tage der Könige und Königinen ist vorüberziehend und langsam, aber sie ist noch nicht vorüber, irgendwann nimmt die Stille dieser zurückliegenden 32 Tage seinen angestammten Platz wieder ein. Der Mensch und sein Wohlsein!

„Dar“ bedeutet im Kurdischen Baum, drum schenke und gebe ich diesen Gedanken.

Gideon Mate




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Tag 27/28

Der Wald?

Die Großstadt!

Tag 27/28

Der Wald?!

Die Großstadt!?

„Die Stadt ist der Wald des Menschen und der Wald im Menschen ist wie die Großstadt.“

Mittwoch, 15. April 2020

Sich des morgendlichen und pfleglichen Gewäsch zu widmen, welches uns in unsere Tage hineinbringt, ist eines jener wohlwollenden Dinge, die wir für uns tun können. Die Zeit, die wir miteinander verbringen und dabei doch alleine sind, ist ein kostbarer und wertvoller Schatz, ähnlich der Kostbarkeiten eines Baumes. In diesem Fall spreche ich von meinem Baum und ihr wisst es ja, wo dieser steht, aber dass er dort alleine steht, ist unschwer zu glauben und deshalb will ich auch erzählen, was neben meinem Baum vorhanden ist und mir ebenso wichtig erscheint, dass ich zum Glauben gelangt bin, das ein Baum allein noch keinen ganzen Wald ausmacht; so gelange ich zu den unterschiedlichsten Bäumen und den vielfältigsten Stämmen und habe die Art meines Baumes noch nicht einmal bestimmt.

Die Bestimmung eines Baumes, unserer Bäume, sie ist Teil der Erkenntnis, welche wir erlangen können, wenn wir uns auf den Weg in den Wald begeben. Ich zitierte dazu einen kurzen Auszug von Henry David Thoreau, dieser Mann beschloss einst, als es noch mehr Bäume gab als heute, also damals beschloss dieser Mann in die Wälder zu gehen, um dem Leben etwas abzugewinnen, von dem er noch nicht wusste und heute sitze ich hier und denke über seinen Beschluss nach, der mir meinen Wald beschert und ich Wagemutiger, ich hoffe darauf, dass ihr euren Wald auch betreten habt, so denn, da wir alle miteinander sind, so können wir die Wege der Wälder gemeinsam gehen. Was aber beinhaltet das Beinhalten? Bewusst gewählte Wege, sie führen auf bewussten Pfaden durch den Wald. Nun, hierbei handelt es sich um eine Allerwelts-Floskel, beinahe Phrase, aber erkenntlich wird die Frage nach endlichen Wegen, die noch nicht betreten sind.

Pfade liegen immer gerade vor einem, da man ist und wenn man, wie Beppo Straßenkehrer, immer an den nächsten Strich denkt, allerdings, wie kann man eine Straße gerade kehren, wenn der Pfad noch nicht vorhanden ist, so gelangt man seines Weges; nur ein wenig bewusster? Da herrscht die Schwalbe mit namen schweigender Essig. Was sind die Wege, die wir führen nach Gutdünken und gut Glück? Gut Glück dankt dem, der versucht und gewillt ist, sich führen zu lassen?

Gebeutelt sind wir gerade, weil unsere Pfade, die gerade eben noch daliegen und uns zu unseren Bäumen geführt haben, diese weilen an Ort und Stelle, wir allerdings auch. Ein Verweilen ist also das Gegenteil von eilen und darum kann es im Walde gehen, dass dem Enteilen dieser Welt, so gewollt entgegentritt, dass alle Eile nach hinten treten und im Schatten der Bäume verschwinden wird. Und der aufgekommene Frühling, dieses Allerwelts-Wetter und an dieser Stelle treffen wir das Wort des Tages – ja, es wird das Wort der Woche austauschen – doch um die Wetterlagen kümmern wir uns später. Es ging sich um die Wälder, in diese trat besagter Henry David Thoreau ein, um dort etwas zu suchen, von dem er annahm, dass er es nicht besaß. Besitzen wir Wälder von denen wir nichts wissen? Ausreicht unser Wissen über die Wälder? Kennen wir die Bäum, die um uns herumstehen? Und ich sitze hier an meinem Schreibtisch und nachdenke über den Namen des Baumes draußen vor meinem Fenster und klar wird mir, Namen und Bäume hat es viele und viele hat es auch, die nachdenken über Bäume, die denkend sind. Also ist der Mensch im Grunde, wenn wir nach der Art von Henry David Thoreau denken, auch ein Wald. Und so will ich diesen Gedanken bescheiden und hinaussehen in meinen Wald, der viele Blätter bekommen hat, die herrlich grün und taufrisch gefüllt sind mit dem Saft allen Lebens, namens…     

Ob Thoreau das damit gemeint hat?

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Tag 7/8

Der Bewusste Baum


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Der Bewusste Baum

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Der Baum vor meinem Haus.

Er reicht hinauf bis weit über mein Fenster und ist von tiefen Wurzeln aus dem Erdreich gehalten. Die Äste sind allmählich und bedächtig schwer werden sie von Tag zu Tag. Die Knospen, diese kleinen Köpfe, sie entwickeln sich wie der Fötus eines Babys und in den kleinen, noch winzigen Spitzen erwachen und herauswachsen sie gemächlich.

Ein bewusstes Drängen von Mutter Natur, die durch die kapillare Kraft Wasser durch den schweren Stamm hinaufsaugt, bis auch das letzte Geäst seine versorgende Quelle bekommen hat. Doch ist das nur ein Teil dessen, was Mutter Natur mit diesem Baum vor meinem Fenster macht, es fehlt dem edlen Gewächs noch an einer weiteren Zutat, es ist die schiere Kraft eines Gestirnes an unser aller Himmel, dieses entsendet täglich eine Macht, welche sich verbindet mit dem Baum, dem Wasser und der Luft. Es gibt dabei noch eine Vielzahl an Prozessen, die allesamt dazu führen, dass der Baum draußen vor dem Haus, in dem ich wohne, gewachsen ist und an Höhe gewonnen und alt geworden ist.

Man sieht dem alten Baum an, dass er im Laufe seiner Jahre viele Triebe an seinem Hauptstamm gehabt hat. Man sieht auch, dass viele dieser Triebe wohl zu schwer geworden und abgebrochen sind, manche sind vielleicht durch einen Sturm gebrochen und abgeknickt, manche waren möglicherweise einfach zu schwer und zu träge, dass der Baum sie nicht mehr halten konnte; einige waren vielleicht nur zu nah am Haus und wurden deshalb abgetrennt.

Stürme sind ein Prozess des Lebens, derer wir uns nicht erwehren können, indem wir sie ignorieren oder stumpfweg übersehen. Woanders hinsehen, während ein Sturm uns mit all seiner Härte trifft, verhindert nicht ,dass uns manch Ast auf den Kopf fallen kann, wenn wir unter einem Baum vor unserem Hause gehen. Dieser Tage trifft uns ein Sturm, er weht und steht und geht und wo er geht und weht, da steht der Mensch in einem Sturm der Wurzeln; die Alten und die Schwachen im Geäst, wohl hören wir das Knarzen und Knacken im Gebälk, noch hält der Baum mit seinen Wurzeln tief im Erdenreich verzweigt an denen fest, die zu ihm gehören, denn er ist ein Baum aus Wurzeln und Geäst an einem jeden Ast.

Mittwoch, 25. März 2020

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Tag 22/23

https://coronasolidaritaets.net/blog/try/

Es zu sehen, ist staunend stiller Sauerstoff in einem, die Gleichzeitigkeit einer stillen Welt.


https://coronasolidaritaets.net/blog/




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Karfreitag still und früh
Besagter Baum der spricht
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Tag 22/23

Karfreitag, 10. Apr. 2020

Guten Morgen, damit will ich meinen Morgen beginnen und auch euren Morgen. Das Wort des Tages, Karfreitag; eben jene Bedeutung des Wortes, sie ist es, dir mir den heutigen Gedanken beschert. „Kara“ – Trauer – Klage – Kummer, diese entstammen aus unserer Sprache, welche man in den Jahre 750-1050 sprach, es ist althochdeutsch. Eine Sprache, die in einem Wort so viel Bedeutung mitbringt, dass es in unserer Zeit noch überdauert ist. Und justament, da ich heute Morgen mein morgendliches Ritual pflegte und mich meinem Baum vor – ach, ihr wisset es ja – er befindet sich noch immer, wo wir ihn zurückgelassen haben. „Herrgottszeiten, verfluchter Kuckuck gib Ruhe oder zeig dich!“ Dieser Kuckuck also, dieser macht mich Fuchswild und da will ich doch auf Füchse jagen, nun haben wir unser morgendliches Ritual – nein, auch das nicht, das andere – und es mag eine göttliche Eingebung gewesen sein, denn ich habe mir zitieren lassen ein Zitat von Emerson.

(„Was hinter uns liegt und was vor uns liegt sind kleine Angelegenheiten verglichen mit dem, was in uns liegt.“ Ralph Waldo Emerson)

Die goldene Stunde

Tag 18 Sonntag, 5. April 2020 Guten Morgen! Ein herrlicher Tag, der heute bereits um 6:00 begonnen hat, zumindest für mich, die Sonne ging erst um 6:30 Uhr in unseren Breitengraden auf, macht aber nichts, weil das wenige Licht, dieses schmale Aufbauen des Horizontes, dieses schmale Band, welches sich langsam im Zeitraffer über den sichtbaren„Die goldene Stunde“ weiterlesen

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Nun, über Emerson wisst ihr ja bereits alles! „Herrgottszeiten, Potter raus aus meinem Kopf!“ Zurück zur eigentlichen Messe des Tages gelangen wir auf Umwegen. Nun bin ich weniger von Verstand durchseucht, als dass die Seuche „Pandemie“ uns bis hierher durchleuchtet hat. Doch merke man an, dass zu pflegende Ritual, wir sind vom Pfad abgekommen. Es ist doch unser Baum, mein Gedeihen des Baumes, welches mir ein Frohlocken und ein Bestaunen bringt. Tag um Tag singt der Vogel und zeigt sich der Welt, der Kuckuck tut das nicht, aber den Baum den stört dies Verhalten nicht. Was mich aber an meinem Ritual stört, ist der fliehende Gedankentransport, der mir heute Morgen mehr Sport als Gedanke im Lagerregal meines Verstandes liegt, kreuzgeleert von hinten bis nach vorn. Meinen Baum, den stört das nicht!  Wen stören schon die alltäglichen Rituale? Wem hat es schon die Balken krummgebogen? Den Baum vor unserem Fenster, den stört das nicht! Doch feist, so weiß das Ritual, wann weise weiß, wann leise reis und reiß ich aus! Da büxt mir mein Verstand einmal quer durch das Land und doch so sitz ich hier an meinem Schreibtisch und lausche dem Gespräch der Vögel, die draußen vor meinem Fenster wohl den Kuckuck suchen. Somit erhält und erfährt das Ritual die Wendung, so wie einst die Wendung der Geschichte in drei Akten vollzogen wurde, so auch wir…


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