Tag 6/7

Die Tauben und die Kuckucks



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Tag 6/7

Dienstag, 24. März 2020

Heute beginnt der Tag sehr früh, bin viel früher aufgewacht, als dass ich sonst aufwache und auch aufstehe; es ist bereits hell und der Kuckuck vor meinem Fenster macht sein Kuckuck. Ich kenne diesen Kuckuck gut, womöglich kenne ich viele seiner Art und bilde mir nur ein, dass es immer ein und derselbe sei.

Ich sehe zwei Tauben, wie sie sich einen Ast teilen, sich putzen und ihr Gurren höre ich, der Kuckuck ist ein Stück weit nach rechts geflogen, wie mir scheint mag er die Gesellschaft der Tauben nicht. In diesen Tagen kommt es genau auf die Art unserer Gesellschaft an; man kann einerseits der Kuckuck sein, der in seiner Eigenschaft eher allein und für sich bleibt und auf der anderen Seite sitzen die Tauben, die gerne in Gesellschaften sind. Das Tabu dieser Tage ist die Gesellschaft, fort von den Tauben hin zum Kuckuck, die Vorstellung, dass eine Taube zum Kuckuck wird, ist ebenso unmöglich, wie dass ein Kuckuck zu einer Taube wird. Und eben darum geht es in der Gesellschaft dieser Tage.

Es ist ein ausnehmend schöner Morgen, auf den Dächern sieht man die kleinen Kristalle des Morgentaus, gerade noch bevor die Strahlen der eifrigen Sonne darüber hinweghuschen und das Glitzern des kristallinen Wassers verschmilzt. Auf der großen und langen und eigentlich viel befahrenen Straße, vernehme ich nur sehr wenige Autos, es ist mir ein Leichtes herauszuhören, ob es ein Kleinwagen oder ein LKW ist.

Die Tauben vor meinem Fenster sind weg, dafür ist der Kuckuck wieder da, es ist ein Männchen. Man hat dieser Tage Zeit für Dinge, die man sonst nicht hat und wenn das Geräusch eines Kuckucks den Unterschied ausmacht dieser Tage, dann hat man Zeit herauszufinden, was ein Kuckuck macht und wie die Tauben tun, dass weiß die Gesellschaft.

Es ist entspannend zuzusehen, wie die Knospen an meinem Baum – er ist nicht mein Eigentum dieser Baum, aber ich vorstelle in mir, als sei der Baum mein Eigen – nun, dieser Baum und seine vielen Knospen, da die Sonne von Rechts wegen, die linke Seit nutzt, um in den Tag zu kommen, so hebe ich einen östlichen Blick und erkenne, dass die Größe der Knospen zunimmt und ein paar Raben kann ich hören, nur auf unseren Straßen ist seltener Verkehr, der so selten ist, dass er mein Bild vom stillen Morgen nicht stören, sondern vielmehr dessen Eigenheit im Farbmodell darstellt, sozusagen der Kontrast. Der Rahmen dieses Bildes aber, diesen bildet die Gesellschaft, die Gesellschaft der Tauben und Kuckucks.

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Veröffentlicht von Gideon Mate

Was treibt an, macht Gedanken frei, um neue Fragen zu finden? Diese Art von Gedanken, die ich mir mache, seitdem Corona, ein heimsuchendes Miststück, über unseren Köpfen kreist, wie der Herr der Fliegen über einem Mastermind-Scheißhaufen. Viele Fragen, eine Menge Antworten und vieles Ungewisses sind die Treiber meiner Gedanken dieser Tage und die Kraft, aus welcher dieser Blog entstehen und vielleicht zur Hilfe und Unterstützung gedeihen wird.

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