Taschenlicht

Tag 30/31

Manchmal, wenn einfach nichts zu sagen ist…





Auch nach Tagen und Wochen ist dieses Bild noch immer eine sagenhafte Erinnerung.
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Taschenlicht

Samstag, 18. April 2020

Guten Morgen!

Der Specht klopft, so ist’s recht. Die Sonne war pünktlich über dem Kamm im Walde zu erspähen, bereits vorher hatte ich eine Ahnung vom Licht. Erst aber graute es noch und als ich losfuhr mit dem Rad, da war es noch dunkel, aber ich hörte schon ein paar Amseln, die sich vorsahen und der Sonne entgegen.

Zeit hatte ich und Stille lag in der Luft. Kalt war es und gerade eben hell genug, so dass ich ohne Lichter fuhr. Es ist nicht so, dass ich keine Lichter hätte, ich hatte ein rotes Rücklicht und meine Vorderleuchte in der Jackentasche, die Vorrichtung fehlt. Da Eile geboten war, weil mir eben das Licht der Sonne als größere Leuchte geeigneter schien, nahm ich in Kauf, weniger gesehen zu werden und fuhr los. Auf den Straßen war kaum Verkehr und meine grell gelbe Jacke und ich, wir waren uns sicher, dass uns kein Auto übersehen sollte. Und wo kein Verkehr, da auch kein Risiko.

Allerdings gebe ich zu bedenken, dass es mir ja um das Lichte ging, und um 5:28 Uhr, da hat es schon einen leichten Sonnenschimmer, und deshalb ist es dunkel nicht. Der größte Teil der Strecke geht ohnehin um diese Uhrzeit an einer Stelle vorbei, die weniger befahren ist als am Tag. Und da dieser Tage weniger Fahrten nötig sind als erlaubt, da ist die Straße frühmorgens freier als nötig. Ich schaute hinauf in den Osten, denn von dort erwartete ich das große Ereignis. Ein Großereignis, welches spricht vom Sonnenlicht und jeder Wicht wird wagen zu sagen, was spricht’s vom Sonnenlicht.

An dieser Stelle reiße ich mich zusammen; und ich durchforste all meine Erinnerungen und kann sagen, dass ich es wohldurchdacht habe, aber das Wissen, wann ich je der Sonne bei ihrem Einmarsch in diese Welt zugesehen habe, das habe ich nicht. Desweiteren gebe ich zu bedenken, dass ich, als ich losfuhr, nur dem Sonnenaufgang beiwohnen und ihn einfangen wollte. Wie man Erinnerungen schafft? Das war mir dabei nicht im Kopf, erst das Erinnern zeigt mir die Richtung.

Erst jetzt, da ich hier sitze und verfasse, was mein Verstand mir zuflüstert und meine Sinne mir in Erinnerung rufen, da erfahre ich diesen Sonnenaufgang nochmals und überdauernd überkommt es mich. Ich hatte mich eiligst in den Wald begeben, um zu erfahren, wie es in der Stille des Waldes am frühen Morgen ist und um mit der Sonne zu erwachen.

Das Aufblitzen des Sonnenlichts über meiner linken Schulter schubste mich aus dem Denken ins reine Sein, da mich erst dieses Aufblitzen der Sonne aus dem Alltäglichen des Lebens herausholte und mir derart ins Auge fiel; und für einen Moment war ich geblendet, wie es nur eine Taschenlampe, die plötzlich aus dem Dunkeln heraus aufleuchtet uns zu blenden versteht, als dass dieses Schubsen einer zärtlichen Umarmung des Waldes glich.

Das Erfahren dieser Welt – diese ist es dieser Tage, die mir komisch ist, die Sonne und ihr Lauf sind es nicht und wenn man frühmorgendlich vor dem Sonnenlicht Radelt, dann spürt man womöglich, klein wie ein Taschenlicht, wie es vom Großen spricht; auch im Besonderen dieser Tage liegt womöglich ein Taschenlicht verborgen.

Gideon Mate


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The sound of silence

Die Stimmung aus der Stille



  • Taschenlichter

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Veröffentlicht von Gideon Mate

Was treibt an, macht Gedanken frei, um neue Fragen zu finden? Diese Art von Gedanken, die ich mir mache, seitdem Corona, ein heimsuchendes Miststück, über unseren Köpfen kreist, wie der Herr der Fliegen über einem Mastermind-Scheißhaufen. Viele Fragen, eine Menge Antworten und vieles Ungewisses sind die Treiber meiner Gedanken dieser Tage und die Kraft, aus welcher dieser Blog entstehen und vielleicht zur Hilfe und Unterstützung gedeihen wird.

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