Eitler Sonnenschein

Tag 33/34

Dienstag, 21. April 2020

Guten Morgen!

Ich weiß nicht, wann ich der Sonne, ihrem Lauf, dem Wachsen der Bäume und dem aufkommenden Frühling, wann ich einem oder auch nur allen einen solchen Blick gegönnt habe, wie ich es in den letzten Tagen gemacht und wiederentdeckt zu haben scheine.

Wohl liegt es an mir, dass ich mein Betrachten der Welt vernachlässigt und ich weniger auf die Schönheit unserer Welt geachtet habe, als dass ich es zurzeit als meinen schönsten Zeitvertreib ansehe – es zum Schönsten mache – was der Tag zu bieten hat, ist mir ein Vergnügen.

In seinem Dasein und nun meine ich wieder meinen Baum, der in seinem Stand, der mir so leicht und einfach erscheint, dass ich darüber bereit bin, mir ordentlich viele Gedanken zu machen, welche ich vorher und früher nie gehabt habe.

Ich sah meinem Baum beim Wachsen zu, sah wie seine Blätter sprossen und sah wie Grün der Schatten vor meinem Fenster wurde, ein tatsächliches Geschehen zu beobachten und sich seiner dabei gewahr werden, ein wohliges Erlebnis.

Also will ich die Frage danach nochmals stellen. Wann habe ich der Natur das letzte Mal Aufmerksamkeit gewidmet und mich von ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt aus meiner Einfalt herausholen lassen? Nun, wir kennen diesbezüglich eine Antwort, doch will ich aus meiner Einfalt heraus und will wieder zurück auf die Straßen des Waldes kehren, der mir dieser Tage des 21. Jahrhunderts um so viel reizvoller und einspielender ist, als dass er es vor dem 18. März 2020 gewesen ist.

Ob und wie viel mein Baum nun größer geworden ist und er an Höhe gewonnen hat, dies alles geschieht nur in meinem Kopf, da die Vermessung eines Baumes ein Gedanke ist, welchem ich mit den Augen folge und folglich bin ich dabei kein Metermaß und auch kein Zollstock, doch zolle ich dem Baum eine Aufmerksamkeit, die mich in den Genuss und den Zustand und dabei ist der Genuss zuständig für mein Wohlbefinden, versetzt, als dass ich darüber Zeit mit ihm verbringe, die mir vorher und früher dafür gefehlt hat.

Ich hab ein Fehl an mir getan, als ich annahm die Sonne sei für mich heikel!

Und nun in „Corona-Solidaritaets“ Manier, es bringt mich dieses Großereignis an den Punkt der Zeit, da ich von dieser mehr zu besitzen scheine, als dass ich vorher den Grauen Herren von der Zeit Bank gegeben habe. Und so erscheint mir die Geschwindigkeit, mit welcher mein Baum sich in den Frühling einbringt klarer zu werden.

Und da ich manchmal geneigt bin meinen Gedanken das Vorfeld zu überlassen, so schwanke ich hin und manchmal mit Sinn.

Was die zuständige Zollbehörde diesbezüglich meint, ist von der Sonne durch Wolkenfelder klare Sicht zu erhalten, ansonsten sei dies Steuerfrei. Und so kommt steuerfrei und feuerfrei zur steuerei dieser Situation, die uns in eine Ruhe und Stille befördert hat, die viel freien Willen und jede Menge Gedanken eingebracht und uns womöglich zum Baum vor unserem Hause geführt hat.

Wohin führt die Stille, wenn wir schweigen und bei ihr bleiben?

Gideon Mate


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Veröffentlicht von Gideon Mate

Was treibt an, macht Gedanken frei, um neue Fragen zu finden? Diese Art von Gedanken, die ich mir mache, seitdem Corona, ein heimsuchendes Miststück, über unseren Köpfen kreist, wie der Herr der Fliegen über einem Mastermind-Scheißhaufen. Viele Fragen, eine Menge Antworten und vieles Ungewisses sind die Treiber meiner Gedanken dieser Tage und die Kraft, aus welcher dieser Blog entstehen und vielleicht zur Hilfe und Unterstützung gedeihen wird.

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