Erwartung & Hoffnung

Tag 77/78

Dienstag, 2. Juni 2020

Guten Morgen!

Als ich anfing, war ich ehrgeizig. Jetzt mache ich weiter, weil ich sehen will, wohin es mich führt und weil ich derweil ein wenig von der besagten Routine habe, dass ich weitermachen muss, weil die Erwartung und die damit einhergehende Hoffnung sich noch nicht vollständig in mir anfühlen.

Als ich anfing diesen Blog zu schreiben, war meine Vorstellung dessen nicht die von heute; ich wollte etwas Gutes tun und war der Meinung, ein Blog sei genau das Richtige, aber geirrt habe ich mich nur dahingehend, dass ich annahm, ich bewirke für jemand anderes mehr Gutes als für mich.

Als ich anfing, war mein Ehrgeiz nur deshalb so groß, weil ich aufgeschreckt, weil ich dynamisch und tatkräftig und ausdauernd in meiner persönlichen Auffassung und Verarbeitung von Angst und ängstlichen Gefühlen bin; meine Persönlichkeit ist schreckhaft, ist sprunghaft, ist lebendig und quirlig und vielsagend, weil ich niemals aufhöre nach vorn zu gehen, ich bleibe nicht stehen und kenne mich aus in dem Wesen, dass ich bin; allerdings indem ich mich so gut erkenne, sehe und verstehe ich jetzt, das mein Blog und all seine Arbeit vielmehr für mich geworden ist, als dass meine Erwartung & Hoffnung darin zu Anfang gesehen haben.

Mit Erwartungen und Hoffnungen über eine Sache zu schreiben und folglich darüber nachzudenken, beschreibt in der Summe ihrer Ereignisse die Laster ohne Zaster; gerade damit liest sich mein Gedankengang am besten aus meinem Kopf heraus, denn tatsächlich war das Laster meine Angst, meine Unsicherheit, meine Furcht vor dem Ungewissen, erst mein Blog hat mich geführt und geleitet hat mich mein Baum – an dieser Stelle passt er vortrefflich – denn das immer wiederkehrende und stetige Dasein, das Vorhandensein, sie haben mich berührt und mir gezeigt, was sich gerade von mir auf das Papier des Blogs niederschreibt und so fröhlich zu beschreiben versteht, dass ich mich allmählich davon lösen kann und ich objektiver werde in den Erwartungen & Hoffnungen die ich in mich und meine Betrachtungen lege.

Als ich anfing wollte ich großes tun, doch groß getan hat in mir die Frau mit dem Apfel Kiku, der junge Fotojournalist und sein Interview, der nette und unermüdliche Mann von der Tafel, der Gute Geist meines Hauses, der Grunewald und seine Bäume, meine Routine am Morgen und ach wie ist mir da, es sind viele Bilder und Fotos, die mein Handy gemacht hat, jene Unmenge an kleinen Videos, die ich überall draußen in der Natur aufgezeichnet habe, um etwas von der Stille und dem schweigenden Wesen in mir behalten.

Als anfing wollte ich großes tun. Und an dieser Stelle gestehe ich mir ein, ich habe dabei auch Fehler gemacht; ich habe dem Blog und der damit verbundenen Internetseite einen Namen gegeben, der aus heutiger Sicht unpassend klingt und doch so vortrefflich beschreibt, wonach ich in diesem Blog gesucht habe; ich wollte etwas von dem Guten, dass mir widerfahren ist, zurückgeben und ohne dass ich es bemerkte, legte ich in die Waagschale meines Verstandes ein Gewicht hinein, welches Stockschlagend und Wasserwerfend nicht zum Schlüssel des Schlosses wird, welches ich damit aufzumachen gedachte.

Wahrlich großes macht man nicht dem Namen nach.

Gideon Mate

PS: ein neuer Name für den Blog und an meine weniger Follower, habt ihr eine Rat für mich?

Veröffentlicht von Gideon Mate

Was treibt an, macht Gedanken frei, um neue Fragen zu finden? Diese Art von Gedanken, die ich mir mache, seitdem Corona, ein heimsuchendes Miststück, über unseren Köpfen kreist, wie der Herr der Fliegen über einem Mastermind-Scheißhaufen. Viele Fragen, eine Menge Antworten und vieles Ungewisses sind die Treiber meiner Gedanken dieser Tage und die Kraft, aus welcher dieser Blog entstehen und vielleicht zur Hilfe und Unterstützung gedeihen wird.

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